Und täglich kommt die Müllabfuhr ..


 

„Holen wir mehr heraus“ ist der Leitspruch, den die Salzburger Müllbusters auf ihre Autos geschrieben haben. Wirklich gelungen. Das bedarf natürlich jetzt auch der entsprechenden Bühne und die gibt es im Moment ja täglich bei der Auffahrt vor dem Festspielhaus. Da wird dann irgendwann auch abgesperrt, wenn die Festspielgäste in der Hofstallgasse prominieren. Nur die Müllbusters – die sind immer dabei. Täglich zur Auf – oder Abfahrt, manchmal sogar in der Pause. Perfektes Timing? Eine halbe Stunde später wären die Müllis ja nicht mehr beachtet worden. Da hätte ja keiner geschaut, geschimpft oder sich gewundert. The point to be ist die Auffahrt und unsere Müllis gehören einfach dazu. Weiter so! Genau das macht Salzburg aus. Holt mehr heraus! Oder ist das gar eine Drohung? Wen wollt ihr holen? Die VIPs, die Stars? Mich :(((( ??

Nacht der Kaiser Web Video von wildbild

FotoFreund beim Kaisergolf in Ischl


 

Gü in seinem Element: Keiner fotografiert Golf lieber als er. Kaiserwetter und der Kaiser himself: Franz Klammer – und die Sisi ist auch da. Alles nur, weil der Kaiser heute Geburtstag hat und im tiefsten Inneren sind wir ja alle ein bisschen Kaiser. Und das heißt: Golf in Lederhosn und Dirndl. Promis und VIPs gibt es als Draufgabe für´s Kaiseralbum.
Später am Abend hält das Wetter hoffentlich auch noch für das Kaiserfest bei der Kaiservilla.

Tag 24: Catwalk Hofstallgasse: Gottschalk + Hansi Hinterseers Fotografenspießrutenlauf bis ans Netrebko-Ziel


 

Auf uns liegt der Anna-Fluch. Ich komm mir vor wie die Stabhochspringerin ohne gültigen Versuch. Entweder versäumen wir sie um wenige Minuten oder der Supergau: Bei unserer Mitarbeiterin, die sogar zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, blockiert der Autofocus. Davor und danach funktionierte alles. Man hat ja immer nur wenige Sekunden Zeit, zu funktionieren. Nachmittags war ich durch Privatleben abgelenkt. Meine Eltern samt Cousinen waren beim Jedermann und wollten mich sehen. (Privatleben ist ein No-Go in der Festspielzeit). Just in dem Moment, als ich kurz auf einen Drink (Himbersaft) mit ihnen im Triangel saß, ging Anna rein.
Wenigstens bekamen wir die Schlussapplausgenehmigung. Hat knapp funktioniert. Wenige Sekunden blieben nach der letzten Zugabe für unsere Fotos. Das war wieder im letzten Moment.

Es bekamen alle Fotografen sogar eine Festspielhausbetretungsgenehmigung fürs untere Foyer. Daher haben wir die anderen Promis alle super. Jede Menge Gottschalk, Hansi Hinterseer mit Ramona, Fürstin Manni (die alle ihre Fotos von mir im September mal persönlich vorbeigebracht bekommt – Ehrenwort und hiermit versprochen!), Gunter Sachs, Karl Wlaschek, sogar eine ganz schöne Bianca Jagger, frontal, Ganzkörper, lächelnd, Ropac knapp dahinter. Eigentlich ein guter Tag, wenn der Anna Fluch nicht seit Tagen auf uns lasten würde.

Festspiele Tag22: Warten auf Anna


 

Toleranztag. Ex –D-Umweltminister Klaus Töpfer bekommt von Felix Unger (Präsident der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste) den Toleranzpreis. Die Botschaft seiner Rede: Nicht nur Rohstoffe aus Afrika exportieren sondern auch Wertschöpfung vor Ort stattfinden lassen. Gute Theorie. Ich wär dabei. Weniger Fleisch essen. Verringert die Methangasproduktion. Da bin ich sowieso schon dabei. Für mich muss keine Kuh und kein Schwein frühzeitig sterben. Ich ess lieber deren Grünzeug. Und viele weitere wirklich spannende Theorien. Nach vier Stunden im SN-Saal 12 Stunden vor dem Festspielhaus. Der Lagerkoller nimmt zu. Anna Netrebko wird zur Probe erwartet. Die Medien wollen das Foto. Gestern hatten wir ja abends vergeblich gewartet. Anna kommt mit einer Stunde Verspätung fährt fast bis zum Tor mit einem Taxi vor, sprintet hinein. Hält sich die Hand vors Gesicht. Anna von hinten. Anna ist schlecht gelaunt ist zu erfahren. Passt. Wir auch.

Dann beginnt das Warten. Sie muss ja auch wieder raus. Denkste! Weiter warten. Keine Spur von Anna. Nur ein Ablenkmanöver der Saaldiener. Sie fahren mit einem Audi raus, verdecken mit Zeitungen die Fenster. Die Fotografen stürzen zum Auto – die Saaldiener grinsen hinter den Zeitungen hervor und fahren wieder zurück. Nach rund 4 Stunden Wartezeit vor dem Festspielhaus hat von den Fotografen keiner Verständnis für diese Verarsche. Wir haben nur Hunger und Durst. Aber jede Sekunde Abwesenheit kann zum Problem werden. Also stehen bleiben und Hoffen. Dirigent Barenboim kommt raus. Aha. Probe beendet? Anna hört jetzt in einem Technikraum die Aufnahmen ab. Wir hoffen weiter. Dann das Gerücht: Anna ist weg. Durch den Hinterausgang. Der ist nicht mehr besetzt, da einige Fotografen zu anderen Terminen mussten. Vielleicht kommt sie zu Fidelio. Wieder warten. Auffahrtsalltag. Beckenbauers, Porsches. Wir Fotografen als Störung der Hochkultur? Oder notwendiges Übel, um Hochkultur auch in boulvardeskem Zeitungsambiente anteasen zu können? Fakt ist: Seitens des Festivals will man uns nicht. Die promineten Gäste größtenteils schon. Die Beobachter auf der anderen Seite der Absperrung sowieso. Hat was von Zoo. Irgendwann reicht es uns. Das Hungergefühl ist stärker als der visuelle Beutetrieb und außerdem: Anna kommt nicht mehr. Sorry, bin sauer. Da ändert auch der Rest an Nestle-Schokoplättchen, Baccios und KitKats nichts, die ich alle in mich hineinstopfe.

Tag 20+21 im Festspielbezirk


 

„Würdest du tauschen wollen“, hat mich Ben Becker heute gefragt. Ja, an solchen Tagen wie heute schon. Heute ging nichts auf. Überall war ich zu spät dran. Boris Becker war gestern abend noch in der Sheraton Lounge – habe ich heute nachmittag erfahren. Anna Netrebko probte heute nachmittag im Festspielhaus. Genau zu dem Zeitpunkt, wo ich bei La Hong in der Residenz war, denn von der Pressekonferenz dort, der Art Salzburg habe ich eine halbe Stunde vor Beginn erfahren. Irgendwie war ich immer zu spät. Dann hätten wir, mittlerweile war die Fotografenschar wieder vollzählig, auf Anna gewartet. Nur sie kam nicht mehr. Oder wir haben sie einfach nicht gesehen unter den tausenden Gästen im Festspielbezirk. Sorry an alle, die ich noch übersehen habe. Mein Scannerblick war auf Anna programmiert.

Gestern war unspektakulär. Filmpräsentation im M32. Vivaldi. Mit Anja Kruse. Mick Jaggers ältester Sohn, der auch in dem Film mitgespielt hat, hat sein Kommen zwei Tage davor wieder abgesagt. Das wussten wir rechtzeitig. Übrigens sehr fair von der Presseagentur (princess), dass wir das weitergesagt bekommen. Daran sollten sich andere ein Beispiel nehmen.
Momentan ist wieder eine totale Unruhe und Spannung unter den Fotografen. Zuviele Termine, um überall sein zu können. Keine genauen Zeitpläne. Alles kann überall passieren. Wenn man etwas nicht hat, ist man bei den Zeitungen am Abstellgleis und kann sich den Rest des Jahres seine Aufträge aufmalen. Derzeit braucht man Glück und viele Einsager.

Festspieltag 19: Boris Becker und Lilly mit den Beckenbauers bei Fidelio


 

Dank ein paar lieber Salzburger, die uns Fotografen immer wieder vor warnen, haben wir es schon seit Tagen gewusst: Heute kommt Boris. Wir stehen gerade alle in der Festspielauffahrt, da verbreitet sich das Gerücht: Er wurde schon im Carpe Diem gesehen. Samt seiner Lilly. Ein paar gezielte Ablenkmanöver, die nur bedingt funktionieren und nur ein Teil der Fotografenschar steht im Carpe Diem. Wir beschließen freundlich zu fragen. Ja, beim Hinausgehen werden sie stehenbleiben und wir dürfen Fotos machen. Das funktioniert nach rund 45 Minuten Wartezeit (danke für den Orangensaft auf Carpe Diem Kosten in der Zwischenzeit!!) perfekt. Die Gastgeber Franz und Heidi Beckenbauer, Christa Kinshofer, die jetzt mit Boris-Leibarzt Erich Rembeck zusammen ist und Boris und Lilly stellen sich den vier Fotografen, die geduldig ausgeharrt haben. Dann geht es zu Fuß Richtung Festspielhaus, wo 15 weitere Fotografen warten. Gut, dass wir von wildbild unsere Bilder schon haben, was jetzt folgt, ist Draufgabe. Gü hat ja in der Zwischenzeit die restlichen Auffahrtspromis alleine gemacht. Boris Becker und Lilly schauen das Fotografengedränge nicht. Sogar in der Pause kommen sie ins Freie. Nur kurz, denn „da haben wir keine Ruhe“ – erkennt Boris und geht lieber ins Foyer.

Der Tag war wiedereinmal lang: Zum Frühstück gab es die Nestle Pressekonferenz. Dort wurde der Young Conductors Award vorgestellt. Thomas Walkensteiner bereitete für die Journalisten seine Nestle Desserts zu. Das gab es schon lange nicht mehr, dass man schon am frühen Morgen so verwöhnt wurde. Leider hatte ich trotzdem keine Zeitfür die Köstlichkeiten, denn die Bilder mussten schnell raus.
Mittagspause am Salzachufer. Die Uferwiese unterm Sacher ist wirklich nett zum Dösen!
Und dann ging es wieder auf zum Promijagen. Waren ja gleich 2 Premieren: Figaro und Fidelio. Diesmal waren wir zu dritt. Gü und ich als Profis, Lexxa zum Einlernen.

Der deutsche Wirtschaftsminister Guthenberg war für unsere Kollegen das erste Highlight. „Der ist wie euer Grasser damals“, klärte uns ein deutscher Gast auf. Vicky Leandros, Corinne und Muck Flick, Rolf Sachs, aber sonst: Bescheidene Beute, wenn nicht Boris und Lilly unseren Einsatz gerettet hätten. Schließlich werden die meisten von uns pro veröffentlichtem Bild bezahlt. Und Boris verkauft sich immer.

Ausblicke auf den Modesommer 2010


 

Es gibt ein Leben abseits des Festspielbezirks. Bikinis, Badeanzüge und Trends die wir erst 2010 in den Boutiquen finden, wurden den Einzelhändlern jetzt in der Brandboxx präsentiert. Gar nicht so einfach, zu wissen, was im kommenden Jahr der Renner sein wird. Als Modeeinkäufer muss man sich damit schon frühzeitig auseinandersetzen. Lieber farbig, knallig und bunt – die Wirtschaftslage ist eh trist genug oder doch eher Understatement, puristisch und grau oder schwarz-weiß? Keine Frage: Ich bin für bunt. Das peppt die Stimmung auf. Be crazy. Be cool. Nur Kreativität bringt Inspiration und nur die bringt uns nach vorne. Je länger die Rocksäume, desto besser die Aktienlage. Das ist eine alte (historisch belegbare) Binsenweisheit. Je bunter und kürzer die Minis – desto schlechter geht es uns.
Wird Zeit, dass ich wieder in den Festspielbezirk komme, um mich den wirklich essentiellen Fragen des Seins zu widmen. Das ist nicht intellektuell gemeint. Promi haben oder nicht haben (im Foto) entscheidet über Sein oder Nicht -Sein im Zeitungsalltag. Und nur das zählt im Moment. Oder? Gibt es doch ein Leben außerhalb der Zeitungsseiten??

Festspiele Tag 15: wildbild im Festspielbezirk mit Kamera auf der Lauer


 

Ist Macht unmoralisch? Diese Frage stellte die Zeit in einer Podiumsdiskussion ihren prominenten Gästen, darunter Wolfgang Schüssel, Hellmuth Karasek oder Alice Schwarzer. Deren Antwort weiß ich nicht, da in der Festspielzeit für mich selten Zeit bleibt, mich mit Themen ernsthaft inhaltlich auseinanderzusetzen. Sehr schade eigentlich. Vielleicht kann ich es ja in der Zeit nachlesen. Kurze Inputs meiner Facebook-Freunde habe ich ja bereits bekommen.

Nach einer kurzen Mittagsbesprechung mit dem Eigentümer der Wiener Partneragentur PPS, Edwin Walter, mit dem wir zusammenarbeiten, stand das Blasmusikkonzert am Domplatz auf dem Programm. Eine tolle Chance für die Orchester mal mit Profimusikern der Wiener Philharmoniker zusammenzuarbeiten.

Abends dann einer der Höhepunkte. Moise et Pharaon. Vier Stunden Oper, ein schweres Stück. Ich hab es noch nicht gesehen, hatte zur Fotoprobe keine Zeit. Fotoproben machen meist Sandra oder Christine bei uns. Mein Schwerpunkt sind ja Events und Society. Die kam diesmal reichlich von München bis Wien. Sogar die Schwester der holländischen Königin, Prinzessin Margriet, ein treuer Salzburg Stammgast, war da. Wirtschaftsmanager von Christian Konrad über Boris Nemsic, Serienstars wie Nicole Beutler, Schlagerstar Vicky Leonadros, Opernsängerin Mojca Erdmann und Opern-Stammgäste wie Bianca Jagger, Thaddaeus Ropac, Corinne und Muck Flick sowie die Begum Gabriele Inaara Aga Kahn mit Mutter Renate Henne-Thyssen.
Die Stars der Oper unter der Leitung von Riccardo Muti trafen sich danach kurz beim Buffet in der Kantine. Ganz im Zeichen der neuen Sparstift-Wir haben Krise-Regelung.

Tag12: Am Rande des Festspielbezirks: Skandal! Bumsende rote Bullen und ein nackter Mann bei Billi´s Performance


 

Billi weiß, wie man Aufreger produziert. Schließlich hat sie lange genug in der Festspielstadt gelebt. Jetzt lebt sie in Wien und seither ging es auch künstlerisch bei ihr steil bergauf. Billi ist gut. Billi liebt es, mit ihrer Kunst zu provozieren und hat sich diesmal mit Barbara Husar und Christian Eisenberger zusammengetan. Ganz verstanden hab ich den Sinn der Performance nicht, was vielleicht auch daran lag, dass ich zu spät gekommen bin. Ein Mix aus Schlagworten, gut gesungener Musik, Skulpturen, Bildern und Schauspiel war als unterhaltsames und provozierendes Konglomerat genau richtig für die in Gemütlichkeit versunkene Festspielstadt. Plötzlich stand der Hauptdarsteller nackt im Publikum neben der Zwitter-Venus-Skulptur, der Billi´s Stimme spielt. Ich bin in solchen Sachen kein Schnellchecker – die anderen scheinbar auch nicht, denn genau konnte keiner erklären, was genau gemeint war. Kunst eben. Handwerklich gut gemacht. Und mir hat auch Barbaras Tierherde wirklich gut gefallen.

Ach ja, Festspiele sind ja auch noch: Danach war ich ganz kurz bei der Premierenfeier im Andi Hofer, wo die Young Directors-Alice Crew den lauen Sommerabend in der Steingasse verbrachte und Peter Simonischek feierte seinen Geburtstag privat im Schlosswirt Aigen. Morgen gibt es dazu im Sacher den offiziellen Termin. Und wenn einer wie er ohnehin täglich zur Verfügung steht, lass ich ihn auch mal privat feiern. Mal schauen, ob die Kollegen auch soviel Einsehen haben.