Frohe Weihnachten wünscht wildbild

Liebe Kunden und Freunde,

wir wünschen Euch und uns ein paar ruhige Weihnachtstage um dann wieder voller Energie in 2012 zu rutschen.
von 24.12. – 26.12. gönnen wir auch unseren Kameras Weihnachtsfrieden. Dann geht es wieder los: Fotoreportagen, Hochzeitsfotos, Modefotos, Pressebilder, Societyfotos, Incentives, Eventfotos und natürlich geben wir auch in unserem Web Video Bereich wieder Gas. In unserem Fotostudio freuen wir uns auf ihre Legeware, zahlreiche Model-Shootings und spannende Produkte.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

Doris, Günter, Max, Nadine und Sandra

Vorweihnachtliches Erlebnisshopping

Pünktlich zum 8. Dezember haben die Salzburger Einkaufszentren der SES im Europark und im Forum 1 neue Highlights aus dem Ärmel gezaubert: Im Europark hat Hollister eröffnet. Für die, die jetzt denken na und? – und was ist das? – sei gesagt: d i e angesagte Freizeitmode aus California. Sufermode aus dem Haus Abercrombie & Fitch. Und zum passenden Feeling standen die gut gebauten Bademeister vor der Tür. Die froren zwar ein bisschen, weil Österreich eben nicht Kalifornien ist, hatten aber mindestens so einen perfekten Body wie die Beachboys. Ich selber hab trotzdem noch kein Shirt gekauft, aber das kann sich nur noch um Stunden oder maximal ein paar Tage handeln. Dann, wenn ich ohne Schlange-Stehen hineinkomme, schlag ich zu. Dabei gehört das zum Konzept und ich weiß: Ich bin in NY und in London für die Sweater angestanden und jetzt, wo ich sie vor der Haustüre habe, bin ich mal nicht die Erste. Dafür hab ich die ersten Fotos und ein Web Video gemacht. Danke Europark!

Tags darauf eröffnete im Forum1 die neue Panoramabrücke. (Ja, Beatrix ich weiß – FORUM 1 schreibt man groß und mit Pause zwischen dem 1, ist aber auch wegen Google :))). Jetzt jedenfalls ist das Forum 1 fast doppelt so groß wie vorher und man kommt trockenen Fußes von einem Teil in den anderen. Zum Opening zogen die Swing Company und akrobatisch verspielte Morphs durch die Mall und trieben in den Shops so manchen Schabernack. Ich hatte wieder einmal richtig Spaß an meinem Fotojob. Ein Eventfoto Auftrag ganz nach meinem Geschmack. Mit Webvideo natürlich. Nachdem ich untertags rund 50x an den Coffee Fellows und ihren Kuchen vorbeigegangen bin, war dann am Abend Schluss mit guten Vorsätzen. Mein Abendessen bestand aus Cupcakes. Sehr lecker. … und der beheizbare Anorak von Hervis geht mir auch nicht aus dem Kopf… brauch ich den?

Foto Session als Weihnachtsgeschenk

Was zu Weihnachten schenken? Eine Fotoshooting zum Beispiel. Bei den wildbild Fotografen im wild&team Fotostudio. Das kann natürlich ein Gutschein sein, oder aber auch schon vor Weihnachten und ihr schenkt die fertigen Bilder. Als Überraschung für den Freund die Aktfotos, als Überraschung für die Oma die Enkerl beim Spielen oder malen. Das geht ganz einfach: Ihr ruft bei uns an: 0662/620126 und vereinbart einen Termin. Wollt ihr die Bilder im Studio machen oder an einer bestimmten Location? Wenn ihr ins Studio kommt, solltet ihr ungefähr wissen, in welche Richtung ihr euere Foto Geschichte anlegen wollt. Welche Farben sollen dominieren, welcher Stil gefällt euch? Wenn wir on Location shooten, muss natürlich das Wetter passen, wenn das Outdoor ist. Im verschneiten Wald tun wir uns momentan schwer :).

Wieviele Fotos werden gemacht? Das kommt ganz darauf an, was ihr wollt. Bei uns wird nach Stunden abgerechnet. Alles Material, das entsteht gehört euch. Ihr bekommt alle Bilder aus dem Shooting auf CD oder DVD mit. Wir bearbeiten allerdings nur die, die ihr euch aussucht. Auch hier wird nach Stunden abgerechnet.

Ideen gesucht? Ihr könnt vom Kalender mit 12 verschiedenen Motiven über ein Fotobuch (da wird es für Weihnachten schon eng, da müsstet ihr euch schnell entscheiden) bis zu einfachen Grußkarten alles machen.
Wenn die Zeit nicht reicht, dann schenkt doch einfach einen Gutschein. Auch den können wir individuell nach eueren Vorgaben gestalten.

Übrigens: Die Kosten für ein Studioshooting inklusive Bearbeitung der besten Bilder kostet rund 250 E. Alle Rechte inklusive. Bilder auf CD/DVD.
Habt ihr keine Zeit, die Oma/Tante zu Weihnachten persönlich zu besuchen? Dann schickt eine Grußbotschaft per Video. Einfache Web Video Grußbotschafen ab 250E.

wildbild im Einsatz als Eventfotografen

Als Eventfotograf muss man vielseitig sein und alle Bereiche der Pressefotografie und Societyfotografie beherrschen. Dazu gehört dann noch eine Portion Spaß an der Sache und Durchhaltevermögen, denn meistens dauern Events länger als 8 Stunden und die Bilder müssen ja auch möglichst schnell online stehen. Für uns alles kein Problem, weil wir sowieso schnell, flexibel und verliebt in unseren Job sind. Incentives oder Events zu fotografieren, macht uns allen Spaß. Da tauchen immer wieder neue Herausforderungen auf.

Vor dem Event gilt es die Deko zu fotografieren, die Location von außen, von innen, Logos, Transparente, Vorbereitungen.
Dann kommen die ersten Gäste. Sollen wirklich alle fotografiert werden oder geht es nur um eine Stimmungsreportage? Soll der Event auch für Pressezwecke wie Presseaussendung, Interviewfotos oder Fotoreportage verwendet werden oder will man sich in Social Media Plattformen wiederfinden? Das muss vorab geklärt werden. Das Pressefoto, das den Event symbolisiert, soll möglichst vorab fotografiert werden. Die richtigen Personen in den richtigen Kombinationen gibt es nicht zufällig mittendrin. Das muss man stellen. Die Bildsymbolik will überlegt sein.

Dann folgen natürlich die Bühnenfotos: Reden, Shows.. Hoffentlich passt das Licht. Das ist immer unsere größte Sorge. Ohne perfektes Weißlicht von vorne wird es schwierig. Schatten im Gesicht stehen keinem Redner. Blitzen stört die Stimmung. Wissen alle Gäste, dass ihre Bilder eventuell veröffentlicht werden? Hängt da irgendwo ein Infoblatt?

Fotos während des Essens zu schießen, ist eigentlich ein NoGo. Manchmal geht es nicht anders, wenn wirklich alle Tische oder Personen systematisch durch fotografiert werden müssen. Wir achten darauf, dass keiner isst und versuchen leere Teller auszublenden. Je mehr Gestik bei den Gesprächspartnern, desto besser fürs Foto. Man will ja Emotionen transportieren.
Sind jetzt auch noch Action, Sport und Spiele angesagt, sollte man am besten auch noch Sportfotograf sein. Um die Action zu transportieren, bedarf es oft ungewöhnlicher Positionen. Von ganz oben oder auch mal von ganz unten wirken Situationen noch spektakulärer. Wir nutzen alle möglichen Perspektiven und das Naturlicht und versuchen so festzuhalten, was los war: Spaß, echte Gefühle, Zusammenhalt, Ehrgeiz und die Gewinnerlächeln.

Wollen Sie jetzt ihre besten Bilder zum Dessert als Diashow zeigen oder sollen die Bilder tags darauf auf einer Online-Galerie zum Download stehen? Wir machen es möglich. Sollen einzelne Eindrücke oder Interviews auch als einfaches Web Video zur Verfügung stehen? Wenn wir das alles vorher wissen: Auch kein Problem. Dann kommen wir zu zweit oder dritt. Je nach Aufwand.
Und im Nachhinein bekommen ihre Gäste alles auf CD nachgeschickt oder vielleicht sogar ein Fotobuch? Eindrücke, die bleiben, von denen weitererzählt wird. Schließlich geht es auch um möglichst einprägsame Nachbereitung. Ihr Event soll ja nicht nur eine kurze Sternschnuppe gewesen sein, sondern möglichst lange nachglühen.

Burlesque Show bei Altstadt Fashion Weeks Opening

Mode und Modefotos sind eines der Lieblingsgebiete der wildbild Fotoagentur. Wir lieben Mode. Je kreativer, desto besser. Naja, ein paar konservativere Kollegen haben wir auch :). Und keine Angst: Wir passen und den Auftraggebern an. Meistens jedenfalls.

Für die Fashion Weeks in der Altstadt durften wir die Modefotos machen. Laufstegfotos sind meine Leidenschaft, seit ich mal bei der New Yorker Modewoche fotografieren durfte. Die Salzburger Altstadt Fashion Weeks dauern bis Mitte September und in allen Shops wird hier Mode präsentiert. In den Kavernen zeigten Herrenmode Wanger, Napapijri, Erika Eibl und die Erotik Boutique Atemlos ihre aktuellen Herbst-Winter Kollektionen. Normalerweise sind bei Modethemen die Männer ja unterrepräsentiert. Diesmal nicht. Grund war die Special Show des Cirque Rouge mit dem Viennese Burlesque Projekt in den Pausen der Modeschau. Ein wirklich gelungener Auftakt! Wichtig für uns Fotografen: Gutes Licht (Weißlicht von vorne), ein nicht allzuhoher Laufsteg und genug Platz zum Arbeiten am vorderen Laufstegende. Den haben wir uns selbst geschaffen, indem wir die eng am Laufsteg stehenden Sitzreihen vorher in der Mitte geteilt und weiter zurückgeschoben haben. Aber bei drei Kamerateams und rund 10 Fotografen (darunter etliche Hobbyknipsis) muss man vorab die Bedingungen perfektionieren.

Nacht der Kaiser 2011

Alle Jahre wieder: Des Kaisers Geburtstag in Bad Ischl. Die Ischler vermarkten sich als kaiserliche Sommerresidenz wirklich ganz gut. Wir dürfen alljährlich für den Tourismusverband im Auftrag der Agentur Princess die Nacht der Kaiser via Web Video und Fotoreportage dokumentieren. Inklusive Presseverteiler. Ein Auftrag, der Spass macht. Schließlich ist eines meiner Lieblingsgebiete die Eventfotografie. Davon kann ich gar nicht genug bekommen. Am liebsten täglich! Wenn das dann noch so tolle Veranstaltungen sind wie die in Ischl und auch jährlich das beste Wetter, dann freut uns das umso mehr. Wir von wildbild sind eben die Eventdoku-Kaiser! Zählt schließlich auch.

Festspieltagebuch Teil7: War´s das schon?

Ich hatte heute erstmals wieder Zeit, an die Zeit danach zu denken. Festspiele ok, aber was dann? Das ganze Jahr über müssen wir in Salzburg ja auch von Fotografie leben. Meine zweite Passion sind ja die Web Videos. Bewegtbild Collagen. Perfekt für den Einsatz in Social Media, blogs, Homepages. Man bringt damit Emotionen einfacher an den User. Jetzt in der Festspielzeit hatten wir nur ein Teaservideo für das Schlusskonzert der Sommerakademie gemacht. Auch eine Idee, eine Veranstaltung zu bewerben. Web Videos eignen sich für so vielfältige Zwecke: Zur Event Nachberichterstattung, um Events anzukündigen, im Tourismus, um Landschaften, Hotels, Freizeitaktivitäten für fast alle Sinne ansprechend zu transportieren.

Fehlt nur noch der Geruchslaptop. Das wär ja auch eine Idee für die Festspielaufführungen: Den Geruchsbildner. Wird zwar schwierig, die gut duftende Society oder die verschwitzten stärkeren Männer (warum sitzen die eigentlich immer vor- oder neben mir) zu übertünchen, aber das wär ja mal was Neues. (naja, nicht ganz. Inszenierte Geruchswolken gab es schon des öfteren, aber man ist noch weit weg von einer professionellen Bühneneinbindung. Wär ein neuer Berufszweig – oder?)

Ich merke schon, ich schweife ab. Das passiert oft an stressfreien Tagen. Da kommen mir dann alle möglichen Ideen. Hat eigentlich schon jemand ein selbstglättendes Bügelspray für den Wäschetrockner erfunden?

Ich war ja beim Festspieltagebuch. Also: Nach Prinzessin Madleine kam Gottschalk. Am ersten Tag noch zickig (weil Jetlag), tags darauf dann der gewohnte Sunnyboy für die älteren Damen. Für 60 sieht er wirklich gut aus, nur sein oberlehrerhaftes Auftreten wird immer schlimmer. Meldungen ins Antenne-Mikro wie „heute geht´s um Shakespeare, also auch schweres Brot – nix für euere Hörer“ sind einfach nur arrogant. Geht gar nicht. Die Alternative wär natürlich gar nichts zu sagen – da wären wir noch saurer. Oder vorher nachzudenken – ist wirklich harte Arbeit, wenn man jede Minute etwas Gescheites sagen soll. Ich verzeih´s dem Thomas, weil ich ja auch viel Blödsinn rede und schreibe, obwohl ich weiß, dass Nachdenken den allgemeinen Web-Müll reduzieren würde. Ist aber zu anstrengend und im Google Ranking geht es ja eh nur um die richtigen Stichworte.

Karl Theodor zu Guttenberg wollte eigentlich gar nicht und dann nur ohne Aufsehen fotografiert werden. Schade um seine Karriere, ich war ein echter Fan von ihm. Ohne Doktorarbeit wäre er heute weiter.

Die letzten drei Tage standen für mich wieder ganz im Zeichen der Nestlé-Festspielaktivitäten. Der Young Conductors Award wurde heuer zum 2. Mal verliehen. Eine wirklich stimmige Idee für den Hauptsponsor, zumal Nestlé-Chairman Peter Brabeck-Letmathe ja mal selbst Dirigent werden wollte. Hab ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich auch Brabeck-Fan bin? Von ihm kann man echt was lernen. Seine Authentizität kann gar nicht gespielt sein, das hält keiner drei Tage lang durch und ich war täglich fast 16 Stunden an ihm dran. Er blieb immer cool, beantwortete jede Journalistenfrage souverän, spielt keine Rolle sondern nur sich selbst und lebt seine Konzernphilosophie und ist super unkompliziert. Da könnte sich manches Red Carpet Sternchen ein Beispiel nehmen. Aber die großen Manager sind sowieso immer unkompliziert. Die großen Stars auch. Nur die Manager und Sekretäre eine Stufe darunter können schwierig sein. Machtdemonstration haben wirklich Mächtige nicht mehr notwendig.

Was blieb eigentlich bei mir vom heurigen Round Table hängen? Schafft Kunst und Kultur Identität? So spannend wie im Vorjahr war es nicht. Identität ja. Kultur kann die Welt nicht grundlegend verbessern. Oder doch? Brabeck erzählte von der initiative Waffentausch gegen Musikinstrumente. Wenn nur ein Kindersoldat umdenkt, war es die Sache schon wert.

Ach ja und bevor ich es vergesse: Die Bewegtbildcollage als Fortsetzung des Fotografen-Hinter den Kulissen-Themas: 🙂

Festspieltagebuch Teil 6: Die Magie des Roten Teppichs

Nein, ich geh heute nicht in den Festspielbezirk. Selbst mit dem Risiko was zu versäumen. Gloria wurde heute Mittag im Hirschen gesehen. Die von Thurn und Taxis. Madleine von Schweden soll auch schon in der Stadt sein. Die Schwester einer Kollegin will sie gesehen haben. Wenn sie heute wirklich schon da ist, geht sie sicher im Rahmen des Amadeus Weekend zum Dinner in der Casa Austria. Da kommt man sowieso nicht rein.

Ich krame krampfhaft in meinem Unterbewusstsein nach Ausreden, warum es keinen Sinn macht, sich in die Fotografenschlange vor dem Festspielhaus einzureihen und ertappe mich, dass mein schlechtes Gewissen in mir nagt. Naja, schon mehr: mich auffrisst.
So wie gestern. Da wollte ich nach der Premierenauffahrt zu Cosi gleich nach Hause. Bilder bearbeiten und dann schlafen. Doch die Kollegen blieben noch zur Konzertauffahrt. „Man weiß ja nie“… und den Roten Teppich haben sie ja auch geklebt, samt Absperrung. Das wird normalerweise nur gemacht, wenn Premiere ist oder Promis erwartet werden.

Apropos Roter Teppich. Den gibt es ja seit heuer. Nicht klein und unscheinbar wie in den Vorjahren, so dass man ihn fast verschämt versteckt, sondern richtig rot und breit und wirklich ideal für uns zum Arbeiten. Seit 15 Jahren habe ich mich für einen Roten Teppich stark gemacht. Gut Ding braucht Weile. Schließlich ist so ein banaler Teppich mehr als nur ein Farbklecks auf internationalen Fotografenbildern. Das ist ein Symbol für Oberflächlichkeit, Glamour, Eitelkeit und Verlogenheit. Das passt doch nicht zu den feinsinnigen Festspielen. So ein Teppich ist aber auch Bühne, zeugt von Professionalität und ein Must für jeden größeren Event. Jedenfalls gibt es ihn jetzt. Und das im ersten Jahr, wo ich eigentlich aufgegeben hatte, für irgendetwas im Pressebüro zu kämpfen. Ich nehme was ich kriege und mache nur noch Auftragsarbeiten und Events, für die ich bezahlt werde. Fast. Denn gestern beim Konzert hat uns für das Straßenstehen keiner bezahlt. Dann wenigstens Bilder sparen. Nur beschriftete, bearbeitete und sinnvoll archivierte Bilder sind Kapital. Wenn auch Geringes, seit die Printmedienbranche in die Knie ging.
Manchmal ist es echt schwer, gegen die Kollegen zu bestehen. Das ist wie der Versuch sich nicht von Sumoringertaktiken beeindrucken zu lassen. Er ist garantiert stärker, braucht am Roten Teppich den Platz von drei Fotografinnen und die Wahrscheinlichkeit, dass ihm die ungeteilte Aufmerksamkeit des Promis zukommt, ist alleine aus eyetracking-technischen Gründen klar. Trotzdem schreien wir uns täglich die Seele aus dem Leib, um die VIPs zum Herschauen zu nötigen. Nur das Bild, wo alle zu dir schauen, zählt. Da hilft nur sich zwischen die Kollegen zu quetschen.
Wir stehen stundenlang im Festspielbezirk und hoffen, dass jemand vorbeikommt, für den zumindest der Kollektivvertrag von 40 Euro pro abgedrucktem Bild bezahlt wird. (Wird kaum mehr bezahlt. Letztens durfte ich einer bayerischen Zeitung 8 Euro verrechnen ☺)

Wir drücken trotzdem ab. Für die deutlich geliftete Mitziebzigerin im wirklich bezaubernden Kleid, die dann doch keiner kennt. Bei Donald Kahn, dem es sichtlich nicht so gut geht. Die Kollegen blitzen ihn gnadenlos nieder. Bei mir ist nach zweimal abdrücken Schluss. Das schreit mein Gewissen schon wieder Alarm. Lasst den Mann doch in Ruhe.
Warum sich Intendant Markus Hinterhäuser immer wieder aufregt, wenn ich ein Bild mit ihm mache, diesmal mehr wegen dem Krone-Redakteurs-Kollegen mache, kann ich nicht verstehen. Das wird unter Garantie nicht veröffentlicht und ist doch nur eine nette Erinnerung. Wir fotografieren uns übrigens ständig gegenseitig. Zu Beginn, um das Licht zu testen, später, um uns die Zeit zu vertreiben. Wir müssen einfach alles was wir sehen festhalten. Augenblicke einfrieren. Das ist auch eine Sucht.
Mucky Degn (Salzburgblicke, ORF) ist schon dazu übergegangen, die Kollegen zu interviewen. Sie hat es noch schwerer, den Promis Statements beim hineingehen zu entlocken. Das Festspielhaus selbst darf schon lange keiner der Societyfotografen mehr betreten. Teilweise kann ich es verstehen, denn wir sind zu viele. Alle zuzulassen, würde nicht gehen. Die Society Fotobranche hat sich verändert. Die Augenblicke, die festgehalten werden, sind nur noch inszeniert. Das wirkliche Societyleben findet woanders statt. Hinter verschlossenen Türen. Und ich muss mich während der Festspielzeit immer wieder ermahnen, dass ich über all dem Promijagen mein Leben nicht vergesse. Denn das findet nicht am Roten Teppich statt.

mangels aktueller Bilder vom Festspielbezirk: Die von gestern und vorgestern. Merkt doch eh keiner.

Festspieltagebuch Teil 5: Angies alte Kleider

Man kann sagen was man will, die Lage ist heuer entspannter. Präsidentin Helga Rabl-Stadler führt das auf die langjährige Freundschaft mit Intendant Markus Hinterhäuser zurück, den ich ja wirklich auch noch nie hektisch erlebt habe. Sogar die Auffahrt mit Angela Merkel funktionierte. Ein roter Teppich und Kordeln wirken Wunder, wenn sich die Promis dann daran halten und nicht durch ein Tor vorher oder nachher spazieren. Dass Merkel ihr Festspielkleid zum dritten Mal trug, will ich nur bemerkt haben. Weder positiv noch negativ kommentiert. Ich finde es nur interessant, dass solche Tatsachenmeldungen auf fb zum Beispiel immer noch mehr Kommentare zustande bringen als jede noch so hochkarätige, intellektuelle oder politische Botschaft. Wahre Emotionen sind nur durch einfache Botschaften zu schüren. Mir geht es dabei auch immer wieder um die Quantität der Kommentare. Ist für das fb Ranking ja nicht unwesentlich.

Leider fehlt mir die Zeit, mir die Produktionen auch anzuschauen. Was ich dabei versäume wurde mir bei der heutigen Young Directors Projcect PK von Montblanc bewusst: Alleine was heuer bei Young Directors Project an kreativen Produktionen dabei ist, ist sehenswert und würde meinen Think-Tank auf Wochen motivieren. Statt dessen dränge ich mich mit Kollegen ums beste Promibild. Da stellt man schon mal seine Gesamtsituation in frage.

Zumal auch die finanziell angespannte Lage der Medien nicht zur Vergrößerung des Umsatzvolumens beiträgt. Es zählt schon lange nicht mehr das beste Bild, sondern meist das billigste. Dabei sein heißt die Devise, um Trends in der Medienpolitik nicht zu versäumen, Meinungsmacher kennenzulernen (und das ist das eigentlich interessante im Festspielgeschehen) und sich zwischen durch auch zu freuen, dass es noch Firmen gibt, die Kultursponsoring betreiben und damit sicherstellen, dass zumindest andere sich Gedanken über Ethik, Politik und Liebe machen können, während wir den Kleidern hinter herjagen und uns um wirkliche Promis und Adabeis prügeln. (dw)

Festspieltagebuch Teil4: Die Spiele beginnen

Hier die Zensurversion unseres Fotografen-Hinter den Kulissen-Videos:

Die Spiele haben begonnen. Gleich in der früh: Aufmarsch der hohen Politik am Mozartplatz. Alles wie immer. Fischer begrüßt das Volk. Walk zum Festspielhaus, das am ersten Tag immer mehr als Straßenbühne für Demokundgebungen genutzt wird. Darunter eine Linzer Laienschauspieltruppe, die eine wirklich coole Demoidee hat: „Euer Neid kotzt mich an“, ist ihre Zentralbotschaft. „Für mehr Rechte für die Reichen“. Naja, wenigstens sorgen sie für bunte Bilder. Die Anti-Pelzdemo und die Für was auch immer Gesundheitsdemo geht dabei unter. Die Grünen verteilen die nicht gehaltene Festspielrede von Jean Ziegler. Schade, dass niemand die Gauck Rede verteilt. Hätte ich auch gerne in Buchform zum Nachlesen. Vormittags geht es unter den Fotografenkollegen noch recht entspannt zu.

Das ändert sich schlagartig im Goldenen Hirschen. Alle sind da und wollen Fürstin Manni fotografieren. Mamarazza und ihre 16 historische Momentaufnahmen. Fürstin Manni zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, die sich trotz ihrer 92 Jahre noch intensiv ihrem Hobby und früheren Beruf, der Societyfotografie widmet. Alle, die einen Fotoapperat besitzen oder sich als Redakteure ausgeben dürfen rein und sich an der Bar im Hirschen fotografisch austoben. Sogar Berliner Kollegen sind gekommen und die drängen richtig. Manni hat ihren Spaß an dem Gedränge und Eliette Karajan sowieso. Sie kennt auch keine Angst vor der blitzenden Menge und drängt selber mittendurch. Der Hirsch war schon immer „the place to be“ und Mamarazza, wie die Fürstin liebevoll genannt wird, war immer mittendrin. Wenn sich für die anderen Fotografen die Türen schließen, dann war die Zeit der fürstlichen Bilder gekommen. Klar, dass sie auch zurück schießt. Bilder, die dann Eingang finden in ihre Alben rarer Meilensteine des Gesellschaftslebens. Aufnahmen von Legenden wie Leonhard Bernstein, Gunter Sachs, Luciano Pavarotti oder Johannes von Thurn und Taxis. An der Bar des Goldenen Hirschen kann man sie den Sommer über bestaunen.

Zur Vernissage kamen Hans Mahr, Elisabeth Auersperg-Breunner (früher Flick), Esther Salis, Eliette Karajan sowie Mannis Sohn Peter mit Schwiegertochter Sunnyi Melles.
Abends dann der Showdown vor dem Festspielhaus: Wer wird kommen? Während alle brav in der Hofstallgasse stehen, fährt Erwin Schrott mit seiner Anna Netrebko vor. Der Figaro kennt keine Schau vor der Meute und drängt sich mit seiner Anna den Weg zwischen den Fotografen frei. Dann kommt Stoiber, jetzt wird es ernst. Warum exakt bei Sylvia Leifheit und Gabriel Barylli das Gedränge keine Grenzen kennt, versteh ich selber nicht. Die bleiben doch ohnehin geduldig stehen. Und wer ist der Neue an Begums Seite? Das rätseln die Redakteure und Fotografen gemeinsam. Vorerst gehen wir ohne Antwort aus.
Wir sind ob der Promibeute alle ganz zufrieden. Ein Sportfotograf, der sonst selten Society macht, weiß jetzt, woher der schlechte Ruf der Branche kommt. Aber eines sei klar gesagt: Es gibt solche und solche. WIR SIND DIE GUTEN 🙂