wildbild Festspieltage 8+9: Humpelnde Sängerinnen, Bianca Jagger und Nonos Klangexperiment


 

Ok, ich gebe zu, ich kenne nicht jeden Künstler, kann Namen und Gesicht der Nono Sängerinnen nicht sofort zuordnen. Von Protokollchefin Suzanne Harf gab es dafür gleich eine Rüge. Schlecht vorbereitet. Geb ich ja zu. Wie also die richtigen Personen für mein Dailyfoto rausfiltern? Wer einen Blumenstrauss in der Hand hält ist verdächtig. Die um Hilfe zu fragen, ist nie falsch. Oder einfach mal laut „Gruppenfoto“ verkünden. Funktioniert auch meist.

Doch der Reihe nach: Samstag war von uns gar niemand im Festspielbezirk. Unglaublich. Oder? So früh hatten wir ruhige Tage noch nie.

Gü war als Hochzeitsfotograf gebucht.


 

Ich wollte mir die Modeschau „Gemma Gwand schaun“ (Gössl, Puur, Bree) im Hotel Schloss Mönchsstein nicht entgehen lassen. Dieses Ambiente erlebt man schließlich nicht jeden Tag. Davor gab es aber heuer erstmals ein Waldbad-Frühstück samt kurzem Sonnenbad. Man genießt jeden Augenblick Freizeit viel intensiver, wenn man weiß, wie selten diese Momente in den nächsten Tagen sind. Ungenutzte Augenblicke gibt es kaum. Der Sommer ist in jedem Fall intensiver.
Total unvernünftig aber musste sein: Der Discoabend im Atrium mit unserer Sportvereins-Clique bis 2h früh.

Tag 9 begann dann ohne Frühstück mit den Sommerbegegnungen in der Kulisse. Thema Nonos Al gran sole.. Ich finde die Ansätze interessant, bin aber musikalisch noch nicht reif für derartige Klangexperimente. Sorry.
Mittags treffe ich die Theodora Künstler vor der Abfahrt nach Ingolstadt. Dort findet die Aufführung konzertant statt. Die Audiflotte wartet bereits. Christine Schäfer kommt angehumpelt mit verbundenen Zehen. „Ein Privatunfall.“

Dazwischen privat am Obertrumer See. Nach 2h Regen. Soviele Pausen sind mir unheimlich.

Kein privater Unfall war das Gipsbein von Joyce DiDonato. Sie fiel in London in einen Bühnenspalt. Ihren Auftritt (sie war ja statt Villazon eingesprungen) konnte sie dennoch absolvieren. Mit Sonderapplaus für den Humor, mit dem sie die Situation nahm. Humpelte mit Krücken auf und von der Bühne. Nutzte für die längeren Wege im Festspielhaus den Rollstuhl und zeigte sich unkompliziert, schrieb nach der halbstündigen Zugabe beim Konzert noch eine weitere halbe Stunde Autogramme und war sichtlich bestens gelaunt. „Das ist das Adrenalin“, verriet sie. Das Publikum jedenfalls war verzaubert. „Standing Ovations.“

Nonos Klangwelten gefallen dem Publikum. Übrigens kam auch Bianca Jagger. Da gibt es sicher wieder ein paar Tageszeitungen, die damit die nächsten paar Tage ihre Seiten füllen. (Stichwort verlorener und wiedergefundener Ring – außer Gipsbein und Schnittwunde sind deren As im Ärmel)
Nur rund 10 Prozent gehen nach der Pause. Die Wetten der Fotografen standen höher. Die Künstler sind bei der Premierenfeier in der Kantine dementsprechend entspannt. Der Tag endet also relativ stressfrei schon kurz nach Mitternacht.