Urlaubstage in Santa Monica nach dem Fotojob in LA

Für einen Fotojob (Salzburgs Starfriseur Mario Krankl hatte eine Show) war ich für ein paar Tage in Los Angeles. Danach kam meine Kamera noch 4 Tage für Urlaubsfotos zum Einsatz.

Hollywood ist eine alternde Diva. Die Falten sind unter dem Make up nicht mehr zu verstecken. Ich war enttäuscht. Souvenirshop an Souvenirshop, schmutzige Straßen, Touristenbusse. Die Sterne am Boulvard locken die Hobbyfotografen aus der Reserve, Star-Lookalikes verdienen sich ein paar Dollar Trinkgeld beim Touri-Fotoshoot. In den Museen werden Wachsstars und diverse Filmutensilien vergöttert.

Beverly Hills und Rodeo Drive versprechen, was man aus dem TV kennt: Die besten Marken wie Gucci, Dior, Versace, Hugo Boss, Moncler , .. aneinandergereiht. Nichts für Durchschnittsverdiener, denn hier werden nur die teuersten Stücke der Marken präsentiert. Die ersten Schuhe, die mir bei Barneys gefallen hätten, sind nach einem Blick auf den Preiszettel ausgeschieden. 1.970 $.

Melrose Place und Melrose Avenue sind einen zweiten Blick wert. Da war der Hop on-Hop off Bus zu schnell. Hier etablieren sich die Trendboutiquen.

Farmers Market ist der Naschmarkt von LA. Wenn man auf Burger, Hot Dogs und große Portionen steht, findet man hier sein Glück – auch die Qualität stimmt. Dahinter breitet sich ein kleines Shoppingareal mit Marken wie u.a. Topman/woman, Uggs, GAP, Nike und Apple aus.

Santa Monica ist die Gegend, die die Wünsche des europäischen Mittelbürgers am ehesten auf den Punkt bringt. Strand: Großzügig, allerdings meist windig und dann kalt. Sogar mit Fitnesspark neben dem Pier. Endlose Bike- und Läuferpfade.
Shoppingareal in der 3rd Street vom Feinsten. Hierkann man seine Shoppingliste abarbeiten: Abercrombie, GAP, Nike, Converse,.. hunderte Läden reihen sich aneinander. Auffällig: So viele Yogashops gibt es sonst kaum. „Wäre Yoga eine Religionsgemeinschaft, wäre das die stärkste Fraktion in LA“, klärt uns die Reiseleiterin auf.
Das Motel in Strandnähe (das heißt mind. 15 min Fußmarsch) kann nichts, ist aber ok. Sauber, hilfsbereite Rezeption, Tisch, Bett, TV, gratis Wlan. Kostet 100 $ pro Nacht und hat ganze 2 Sterne. In Salzburg würde man für eine ähnliche Herberge rund 35 E zahlen. Die besseren Hotels am Ocean Drive kosten rund 300 $ pro Nacht. Muss ja nicht sein. Dafür sollte man sich für den Strandurlaub zumindest ein Fahrrad mieten, wenn man aufs Auto verzichtet hat. Denn sonst kommt man wirklich nicht voran. Wenn man sich auf Santa Monica und Venice beschränken will, reicht das Bike. Boards oder Rollerskates sind für ein paar Stunden am Strandboulvard ok, aber keine Lösung für die Wege zwischen Motel, Supermarkt und Strand.
Ich habe mir für die Woche direkt beim Verleih am Pier ein Mountainbike besorgt und bin angesichts des perfekten Zustands überrascht.

Damit kommt man auch schnell nach Venice Beach. Falls man das überhaupt möchte. Der Strand der Lebenskünstler und Muskelmänner. Als solcher wird er in den Prospekten verkauft. Die gibt es dort auch, allerdings in der Minderzahl. Was wirklich auffällt, sind die zahlreichen Homeless, die am Strand wohnen. Abends sollte man hier nicht mehr spazieren, heißt es im Reiseführer und selbst für abenteuerlustige Touristen ist hier der Spaß zu Ende. Es ist im besten Fall nur mühsam, ständig nach Kleingeld und Zigaretten gefragt zu werden. Und auch wenn Hasch zu Gesundheitszwecken legalisiert wurde – nein: Wir wollen keines kaufen und haben auch keines zu verkaufen.

Das Bar- und Nachtleben zwischen Venice und Santa Monica auf der Main Street kann sich sehen lassen und den tollsten Lebensmittelmarkt, den ich je gesehen habe, gibt es Ecke Lincoln Blvd. und Rose Av. Dabei dachte ich die ersten beiden Tage, dass es im Umkreis von 1km nicht einmal ein Frühstück gibt – diverse Burgerhütten ausgenommen. Jack in the Box oder Mc Donalds sind hier keine Alternativen.