Tag 34 Simonischeks Abschied und eine Nackerte in der Auslage bei Budja


 

Salzburg ist die beste, bunteste und tollste Stadt der Welt. Zumindest heute. 248.432 Festspielgästen war das immerhin 23 Millionen Euro wert. Soviel haben die Festspiele mit ihrem Kartenverkauf eingenommen, wurde bei der Abschluss Pressekonferenz berichtet. Umwegrentabilität rund 227 Mio E. Hunger auf Kultur steht im Vordergrund. Sehen und Gesehen werden in den richtigen Kleidern ist der nette Nebeneffekt.

Für Peter Simonischek hat diese schöne Zeit jetzt ein Ende. Er war der Jedermann. Unser Jedermann. Ein Salzburg ohne ihn war in den letzten Jahren unvorstellbar. Für uns Fotografen sowieso, denn er zählt zu den Nettesten. Sagt nie nein, ist nie böse oder zynisch und nie arrogant. Eigentlich hätte ich mir den Bühnenabschied pompöser inszeniert vorgestellt. Die Blütenbomben hatten so eine Leichtigkeit. Simonischek hat seine Rührung gut überspielt. Profi eben. Sein Lächeln mit dem Blumenstrauss sind Bilder, die für mich Geschichte schreiben. Jetzt schon Erinnerung.

Danach gab er geduldig Interviews im Innenhof von St. Peter. Und jetzt darf er feiern. Ohne uns. Und vielleicht auch doch noch eine Träne verdrücken – ehrlich, ungeschminkt und ohne Kameralicht. (Können Schauspieler sowas überhaupt vor Publikum?)
Dass Salzburg in jedem Moment Bühne ist, wurde gleich beim verlassen von St. Peter bewußt. Pulsierendes Leben im Festspielbezirk. Nachtflohmarkt unter den Uniarkaden, vollbesetzte Tische im Triangl und eigentlich sollten wir bei den Fashion Weeks der Altstadt vorbeischauen.

Ein Zelt im Innenhof der Juridischen Fakultät. Zelt. Genau. In der lauen Sommernacht. Drinnen: 35 Grad plus. Am Laufsteg: Wintermode. Daunenmäntel, Fellkapuzen. Die Härte bringe ich heute nicht mehr auf. Ein paar Bilder und dann nichts wie raus.
Vor der Galerie Budja drängen sich Schaulustige. Intuitiv zücke ich die Kamera. Eine Nackerte räkelt sich hinter dem Schaufenster. Man drängt mich weg – und läßt dann doch ein Foto zu. Monique Wernbacher hat ihr Aktfotoshooting zum besten Zeitpunkt gewählt. Dann, wenn alle schauen. Denn Salzburg ist Show. In jeder Minute.