Salzburg feiert 2011 mit Exit 207 am Residenzplatz

The same procedure as every year: Silvester in Salzburg. Die Kirchenglocken bestimmen, wann der kollektive Tanzkurs beginnt. Nach rund 7minütigem Glockenläuten kommt Niki Seifert zu Wort. Japaner, Italiener, Spanier und Russen tanzen gemeinsam: Links zwei drei, rechts zwei drei, darunter eine ältere Frau mit ihrem Hund als Tanzpartner. Zweisam statt einsam. An den Ständen ringsum stechen vor allem blinkende Teufelshörner und leuchtende Osterhasenohren ins Auge. Beim Demel kann man sich sein Glückshufeisen schmieden lassen.

Kurz vor Mitternacht ist the best place to be die Steinterrasse. Peter Sterlinger hat die Silvesterparty in ein exklusives Charity verwandelt. Eine tolle Idee. Da feiert man dann wenigstens mit gutem Gewissen. Auch die beleuchtete Zahl 2011 auf dem Steinterrassendach ist eine Riesenidee. Kommt im Foto echt gut. Danke.
Denn pünktlich zu Feuerwerksbeginn dreht die Stadt die Lichter ab. Unkenrufe seitens der Fotografenkollegen taten alle noch mit „heuer nicht, die tun uns das nicht noch mal an..“, ab. Doch dann: Punkt Mitternacht: Die Festung als schwarzes Loch. Davor ein bescheidenes Feuerwerk im Nebel. Die Touristen neben mir glauben an einen Kurzschluss. Die Salzburger, die das Spektakel kennen, wissen: Das geht jedes Jahr so. Die Aktion scheint symbolisch zu sein: Salzburg geht das Licht aus. Eine Stadt im Schatten. Wir müssen Strom sparen. Die weltberühmte Kulisse verschwindet im Dunkel der Nacht. Die paar Raketen, die man jetzt sieht, könnten auch in jedem beliebigen Dorf sein.

Auf der Staatsbrücke ist es heuer ausgesprochen friedlich. Man trifft nette, freundliche Jugendliche, die sich an ihren selbst mitgebrachten Raketen freuen. Der Weg von der Steinterrasse über die Staatsbrücke über den Rudolfskai und sogar durch den Durchgang zur Segabar war schon wenige Minuten nach Mitternacht auch für Touristen und Senioren gefahrlos möglich.
Am Residenzplatz war der Höhepunkt des Altstadtsilvesters in vollem Gange: Exit 207, die von Harry Böhacker gemanagte Coverband sorgte für Stimmung. Ein Erlebnis für alle Zielgruppen. Wirklich gelungen. Licht von pansound sogar am Dom. Da macht den wildbild Fotografen das fotografieren Spaß! Der Residenzplatz war bis zu den Versorgungsständen gefüllt, jedoch immer so, dass keiner das Gefühl haben musste, erdrückt zu werden. Gute Laune für alle dank future events, die das Altstadtsilvester organisieren. Und vom Residenzplatz aus sieht man die Festung eh nicht.

Der Neujahrstag wurde mit dem größten Katerfrühstück Österreichs eröffnet und ab 16:00 Uhr sorgte dann das Austrian Festival Symphony Orchestra unter der Leitung von Reinhold Wieser für klassische Klänge im Rahmen des öffentlichen Neujahrskonzertes. Und die offiziellen Zahlen: 40.000 haben in der Altstadt mitgefeiert. Ein Grund für die Veranstalter im nächsten Jahr noch mehr Highlights zu setzen.