Lulu Premiere und Gottschalk verschenkt 2. Jedermann-Karte spontan an Südtiroler Priester

Lieber zu früh als zu spät im Festspielbezirk und so ließ ich Pool und Freunde schon um 16.30 zurück, um am heißen Festspielasphalt mir die Beine in den Bauch zu stehen. Erwartet wurde eigentlich niemand. Umso überraschter war ich, vor der Tür des Franziskanerklosters Thomas Gottschalk im entspannten Smaltalk mit einem Zivilisten zu sehen. Aus dem Smaltalk wurde binnen Minuten eine Einladung zum Jedermann, denn Thea Gottschalk blieb lieber zuhause. So schnell kann es gehen. Alexander Reich hieß der Mann, ein Priester aus Südtirol. Gottschalk macht das übrigens öfter so.

Auch Bürgermeister Heinz Schaden wird heuer immer öfter in Begleitung von Non-VIPs gesehen. „Ich schenke meine Karten Menschen, die damit echte Freude haben – die es sich verdient haben.“ Hat nur einen Nachteil: Damit kommt man nicht in die Zeitung. Die wollen Promis sehen. Möglichst A Promis. Und die fehlen auf weiter Flur. Daran änderte auch die Lulu-Premiere nichts. Die paar VIPs hatten wir alle schon seit Tagen im Visier: Corinne Flick, Bianca Jagger, Elisabeth Auersper-Breunner (geborene Flick). Agnes Husslein. Aber die haben ja die Wiener täglich. Welche Geschichten sollen wir also erzählen? Die teueren Roben sind eingespart. Ein paar nette Kleider waren zu sehen. Nicole Beutler in Atil Kutoglu. Aber die Kleidergeschichten sollen ja nicht die Festspiele repräsentieren. Wir sollten uns ja der Kultur widmen. Trotz 4,5 stündiger Oper ging kaum jemand früher. „Es ist spannend, es tut sich soviel“, berichteten Conny Hörl, Anna Honsig-Erlenburg und Agnes Husslein in der ersten Pause. Eine tolle Oper.“ Nur Carlo Weixelbaumer und seine Freunde stiegen erst danach ins Geschehen ein. Ein paar Karten, alte Programme und eine Zeitung hatten die falsche Beginnzeit ausgedruckt. Darum immer aktuell die Zeiten checken! Lulu wurde aufgrund der Länge nach vorne verlegt. Die Kartenbüros hatten zwar gemailt und im Internet darauf hingewiesen, doch das hatte nicht alle erreicht. Und dann? Die Künstler stehen in der Berichterstattung nicht mehr im Rampenlicht. Das liegt daran, dass wir Fotografen keine Festspielhausbetretungsgenehmigungen mehr ohne weiteres bekommen und auch von den Premierenfeiern nur mehr in genehmigten Ausnahmefällen berichten dürfen. Was schade ist, denn zu einer vollständigen Berichterstattung gehören auch Premierenfeiern. Nicht nur die der Red Carpet VIPs sondern vor allem die der Künstler. Zu denen vorzudringen wird immer schwieriger. Also liebe Künstler: Zeigt euch vor dem Festspielhaus. Gebt uns eine Chance, mit euch zu reden. Damit auch die Society erfährt, wie ihr über euer Stück denkt und das mit netten Anekdoten gespickt ! Die Kulturseiten werden nicht von allen gelesen und so weckt man vielleicht auch bei neuen Zielgruppen Interesse.