Festspieltagebuch Teil4: Die Spiele beginnen

Hier die Zensurversion unseres Fotografen-Hinter den Kulissen-Videos:

Die Spiele haben begonnen. Gleich in der früh: Aufmarsch der hohen Politik am Mozartplatz. Alles wie immer. Fischer begrüßt das Volk. Walk zum Festspielhaus, das am ersten Tag immer mehr als Straßenbühne für Demokundgebungen genutzt wird. Darunter eine Linzer Laienschauspieltruppe, die eine wirklich coole Demoidee hat: „Euer Neid kotzt mich an“, ist ihre Zentralbotschaft. „Für mehr Rechte für die Reichen“. Naja, wenigstens sorgen sie für bunte Bilder. Die Anti-Pelzdemo und die Für was auch immer Gesundheitsdemo geht dabei unter. Die Grünen verteilen die nicht gehaltene Festspielrede von Jean Ziegler. Schade, dass niemand die Gauck Rede verteilt. Hätte ich auch gerne in Buchform zum Nachlesen. Vormittags geht es unter den Fotografenkollegen noch recht entspannt zu.

Das ändert sich schlagartig im Goldenen Hirschen. Alle sind da und wollen Fürstin Manni fotografieren. Mamarazza und ihre 16 historische Momentaufnahmen. Fürstin Manni zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, die sich trotz ihrer 92 Jahre noch intensiv ihrem Hobby und früheren Beruf, der Societyfotografie widmet. Alle, die einen Fotoapperat besitzen oder sich als Redakteure ausgeben dürfen rein und sich an der Bar im Hirschen fotografisch austoben. Sogar Berliner Kollegen sind gekommen und die drängen richtig. Manni hat ihren Spaß an dem Gedränge und Eliette Karajan sowieso. Sie kennt auch keine Angst vor der blitzenden Menge und drängt selber mittendurch. Der Hirsch war schon immer „the place to be“ und Mamarazza, wie die Fürstin liebevoll genannt wird, war immer mittendrin. Wenn sich für die anderen Fotografen die Türen schließen, dann war die Zeit der fürstlichen Bilder gekommen. Klar, dass sie auch zurück schießt. Bilder, die dann Eingang finden in ihre Alben rarer Meilensteine des Gesellschaftslebens. Aufnahmen von Legenden wie Leonhard Bernstein, Gunter Sachs, Luciano Pavarotti oder Johannes von Thurn und Taxis. An der Bar des Goldenen Hirschen kann man sie den Sommer über bestaunen.

Zur Vernissage kamen Hans Mahr, Elisabeth Auersperg-Breunner (früher Flick), Esther Salis, Eliette Karajan sowie Mannis Sohn Peter mit Schwiegertochter Sunnyi Melles.
Abends dann der Showdown vor dem Festspielhaus: Wer wird kommen? Während alle brav in der Hofstallgasse stehen, fährt Erwin Schrott mit seiner Anna Netrebko vor. Der Figaro kennt keine Schau vor der Meute und drängt sich mit seiner Anna den Weg zwischen den Fotografen frei. Dann kommt Stoiber, jetzt wird es ernst. Warum exakt bei Sylvia Leifheit und Gabriel Barylli das Gedränge keine Grenzen kennt, versteh ich selber nicht. Die bleiben doch ohnehin geduldig stehen. Und wer ist der Neue an Begums Seite? Das rätseln die Redakteure und Fotografen gemeinsam. Vorerst gehen wir ohne Antwort aus.
Wir sind ob der Promibeute alle ganz zufrieden. Ein Sportfotograf, der sonst selten Society macht, weiß jetzt, woher der schlechte Ruf der Branche kommt. Aber eines sei klar gesagt: Es gibt solche und solche. WIR SIND DIE GUTEN 🙂