Festspieltagebuch Teil2: Entspannt beim Fest zur Festspieleröffnung

Die Lage ist entspannt wie schon lange nicht mehr. Eine neue Freundlichkeit scheint im Festspielhaus Einzug gehalten zu haben und das beste: Sie scheint ansteckend zu sein.

Gleich in der Früh ist die Balkenhol Vernissage und der Künstler ist anwesend. Das ist der, der für die Goldene Kugel samt Manderl am Kapitelplatz verantwortlich ist. Seine Werke passen perfekt ins Festspielhaus und Präsidentin Helga Rabl-Stadler will sie nach Saisonschluss auch ungern wieder hergeben. Dafür bräuchte es aber noch Sponsoren. Balkenhol findet man auch im Berliner Reichstag. Dort ist es einfacher, Geld für Kunst zu lukrieren, denn bei öffentlichen Bauten muss ein bestimmter Prozentsatz auch für Kunst für den Bau ausgegeben werden. Wär auch mal eine Idee für Österreich und seine Künstler ☺. Übrigens: Die Präsidentin und ihr Intendant sind freiwillig zum Foto mitgekommen. Intendant Hinterhäuser freilich erst nach präsidialem Verweis: „Stell dich dazu, du bist der Intendant.“ In der Früh will Hinterhäuser noch nicht fotografiert werden. Mittags und nachmittags will er eigentlich auch nicht und abends sowieso nicht, aber als Intendant muss man eben mal. Ein bisserl hat er das schon eingesehen – oder er hat ein Einsehen mit unserer misslichen Lage. Denn Bilder ohne Intendant gehen zumindest rund um die Eröffnungstage gar nicht.
Das ist wie beim Jedermann. Der ist eben so was wie der Salzburger Faschingsprinz. Nicolas Ofczarek hat sich zumindest nach außen hin damit abgefunden und sieht das sehr cool. So cool, dass er noch eine halbe Stunde vor seinem Auftritt für Fotos und Interviews nach der ORF Aufzeichnung zur Verfügung steht. Da werden die Fotografen schon nervöser als er selbst – „müssen sie nicht auf die Bühne?“

Auch die Autogrammstunde (Teil des Fests zur Festspieleröffnung) lief erstmals seit 10 Jahren oder noch länger ohne Gedränge ab. Das untere Pausenfoyer war für den Zweck perfekt geeignet. Der Fotografendompteur HG ließ uns vor den Stars hinein (zwecks kennenlernen der Namen auf den Autogrammkarten, damit wir wenigstens alle zuordnen können.) Danke Hannes!
Dann 2 Minuten ohne Autogrammjäger. Die Stars standen nur für uns Fotografen parat. Gut gelaunt und nett. Wir durften bleiben, solange wir wollten. Wir waren ohnehin nach 15 Minuten fertig. Alle hatten alles. Geht doch. Die Topstars des Festivals fehlten allerdings am Autogrammtisch. Vielleicht war deshalb alles so friedlich. Aber die hatten wir ja schon an den Tagen davor. Noch ein Grund mehr, entspannt in die Saison zu gehen. Hoffentlich bleibt das so. Ach ja …. und die deutschen Kollegen kommen ja erst.