Festspieltagebuch Tag4: Mamarazza und Edelstripperin


 

Der Zeitplan ist wie immer eng. Mamarazza Fürstin Manni zu Sayn-Wittgenstein-Sayn bittet zur Vernissage (18.30) und fast zeitgleich (Alarmierung ab 18.45) soll Edelstripperin Dita von Teese sich zum ersten Mal im Goldenen Hirschen zeigen. Um 19.30 sollen die Bilder ausgeschickt sein. Wir arbeiten für Montblanc. Fürstin Manni hab ich viel zu verdanken. Sie hat mir vor 20 Jahren die Society erklärt. Wer mit wem und wie verwandt ist. Manni weiß alles. Ihre Ausstellung ist ein visuelles Gästebuch. Bei ihr hat man immer das Gefühl einer Riesenfamilie. Also: Kurz zu Manni. Thomas und Thea Gottschalk, die ich kurz davor bei mia Shoes beim Einkaufen getroffen habe, sind schon da. Gottschalk ist ja einer der Stammgäste ihrer sonntäglichen Gartenparties.
Dann rüber zum Hirschen. Dita läßt warten. Gegen 19.15 kommt sie an. Dreimal draufdrücken, ab mit der Karte zu Gü, der schickt gleich. Ich fotografiere weiter. Dita vor der Montblanc Wand, ohne Montblanc Wand mit Sonja Kirchberger, mit Sunnyi Melles, mit Ingrid Roosen-Trinks. Ditas Porzellanteint ist hart erarbeitet: Niemals lässt sie Sonne an ihre Haut. Die Arme!
Eine halbe Stunde später bewegt sich der Promitross Richtung Republic. Ben Becker und Georg Uecker ulken vor der Tür. Dita wird von der Fotografenmeute bis zur Tür begleitet. Das Gedränge hält sich im Vergleich zu den ersten Tagen in Grenzen. Kein Wunder: Die Berliner Kollegen sind nicht dabei.

Während die Stars in der Vorstellung sitzen, bearbeiten wir die Bilder. Im Innenhof des Mozarteums gibt es hinter dem Colaautomaten Steckdosen. Gut dass es nicht regnet!. Schade, dass die Gartensessel immer mit Ketten abgesperrt sind, da sitzt es sich so ungemütlich. (ist ja alles wahrscheinlich unbefugte Inbetriebnahme – aber schön langsam kenne ich jede Steckdose der Stadt.)
Im Fotocorner sammeln sich die Fotografen. Ich darf schon mal rein in die Villa Kast. Ist ja ein Kundenauftrag. Die Promis kommen wieder überpünktlich. Hätt fast deren Ankunft verpasst. Dann das selbe Prozedere wie üblich: Red Carpet, Drängen, Klicken, rein bei der Tür. Drinnen: Drängen , Klicks, Gottschalk: Noch mehr Drängen. Er gibt auf zu glauben, dass es da eine private Minute hätte und stellt sich dem Spektakel. Professionelles Geblödle. Das wird von ihm erwartet. Dita will nicht mehr. Keine weiteren Bilder.
Suzanne Harf und Eliette Karajan haben es sich mit ihren Tellern auf den Stufen der Galerie Ropac gemütlich gemacht. Endlich einmal keine gestellten Bilder. Ganz natürlich. Vom Pressebüro sind solche Bilder unerwünscht. L. versteht nicht, dass wir hier abdrücken. „Beim Essen.“ Die beiden essen aber nicht, sondern halten nur ihre Teller. Wenn wer was im Mund hat oder gerade in den Mund schiebt, ist abdrücken ein No-Go. Ein voller Teller vor der Nase verstößt noch nicht gegen unsere Society-Ethik. Private Momente einzufangen ist ohnehin schwierig, wenn 20 Kameras durch die Räume schwirren. Nach einer Stunde heißt es ohnehin für die Fotografenmeute: Und tschüss.